Dienstag, 17. April 2018

Sie war immer für alle da

Eines unserer Pferde war nie krank. Immer da. Gutmütig und für alle. Nicht für alle zu reiten, denn sie war eine "typische" Stute – aber doch immer die, auf die man jedes Kind, jede Erwachsene setzen konnte. Sie hat sich hinten angestellt, nie den Streit in der Herde gesucht, weder in der riesigen Stutenherde am Anfang noch in der gemischten Herde zwischendurch oder in unserer kleinen Hausherde, seit wir auf Heidhörn sind. Sæla vom Eichenhof.




Und sie ist noch Großmutter geworden. Ihre Tochter Sætamín hat ja letztes Jahr unser erstes Fohlen zur Welt gebracht. Bis zum Schluss, als sie mit Cushing und EMS sehr krank war und nur noch mitlief, konnte sie ihrer Tochter "Bescheid sagen", sie schicken, obwohl sie weit über ihr in der Hierarchie stand. Und als Sæla am 9. März starb, war es Sæatmín, die sehr trauerte.

Vor allem für Barbara war Sæla das Herzenspferd. Ihr erstes eigenes Pferd, das sie sich nicht mit unserem zweiten Sohn teilen musste, der so andere Bedürfnisse beim Reiten hatte als sie. Auf das sie wieder aufstieg, nachdem sie (auf einem anderen Pferd) einen sehr schweren Unfall hatte. Mit dem sie eine enge Verbindung hatte.

Sie ist das Pferd, auf dem unsere beiden jüngeren Kinder reiten gelernt haben. Auf dem unsere Tochter ihre ersten Turniere ritt und Nordmeisterin in der Kinderklasse wurde. Wenn es den Inbegriff des fast perfekten Freizeitpferdes gibt, dann war es Sæla.

Vor zweieinhalb Jahren fing der Fellwechsel an, mühsamer zu werden, aber angesichts der Wetterkapriolen haben wir uns noch nichts dabei gedacht. Vor einem guten Jahr hatten wir die Diagnose Cushing, dann gehörte sie zu den sehr wenigen Pferden, die das relativ neue "Wunder"-Medikament nicht vertragen, sie hat unter der Therapie eine heftige Hufrehe entwickelt. Und dabei haben wir EMS, eine der Diabetes ähnliche Erkrankung, festgestellt. Fast ein Jahr konnte sie damit leben und fast bis zum Schluss auch wieder Freude und Lebensmut fassen. Es ist faszinierend, wie sehr man es den Pferden anmerkt, ob sie leben wollen oder nicht. Sie lief weiter mit, konnte leicht geritten werden auf dem weichen Paddock, war aufmerksam und wach.

Und hat es am Ende nicht geschafft. Am 9. März mussten wir sie einschläfern lassen. Und werden sie vermissen. Denn sie war eine besondere Persönlichkeit, die nicht einfach ersetzt werden kann.

Danke, Sæla, für acht wunderbare Jahre mit dir.

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